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Yoga oder Pilates macht gelenkig, Ausdauersportarten stärken das Herz-Kreislauf-System – und von Krafttraining wachsen die Muskeln. Was viele nicht wissen: Das ist bei Weitem nicht der einzige Vorteil, den die oft belächelten ,Pumper‘ anderen Sportlern voraus haben.

Was die genannten Disziplinen nämlich nicht können, ist, die Knochendichte im gesamten Körper zu optimieren und gleichzeitig Muskelmasse zu erhalten. Ein Fakt, der nicht nur, aber gerade im Alter große Bedeutung hat. Und genau darum geht es im heutigen Blog-Eintrag:

 

Man sollte seine Muskulatur und Fitness als eine Art Lebensversicherung betrachten.

Wer nämlich noch im hohen Alter seine Einkäufe selbst tragen, Treppen steigen oder problemlos längere Spaziergänge machen kann, hat eines richtig gemacht: Er hat dem altersbedingten Abbau seiner Muskelmasse entgegengewirkt – und damit nicht nur an Lebensqualität gewonnen, sondern sich auch ein großes Stück an Autonomie erhalten.

Was passiert, wenn ich älter werde?

Im Alter baut der Körper immer mehr Muskulatur ab – das ist zwar nicht aufzuhalten, aber zu entschleunigen. Umso wichtiger ist es, sich vorher einen guten ,Puffer‘ anzutrainieren und -essen. Tipps und Anleitungen dazu gibt es ja z. B. wöchentlich in meinen Blog-Beiträgen.

Gibt es einen Zeitpunkt, an dem es zu spät ist, mit dem Kraftsport zu beginnen? Die Antwort hierauf ist ein klares Nein. Im besten Fall wurde der Grundstein aber bereits im Kindesalter gelegt. Schon Heranwachsende sollten ausreichende Bewegungsreize setzen, nicht zuletzt auch deshalb, dass sich das Gehirn weiterentwickeln kann. Bewegung ist also wichtig und speziell regelmäßiges Krafttraining bis ins hohe Alter ein sehr effektives Mittel, um Lebensqualität und Autonomie zu gewährleisten und sich z. B. vor Stürzen und Verletzungen zu schützen.

 

Krafttraining macht schön und stark. Natürlich spielt in diesem Bereich (zumindest was Bodybuilding betrifft) auch die ästhetische Komponente eine Rolle, jedoch soll in diesem Beitrag der Fokus auf die Benefits für den Körper und weniger auf die Mitmenschen oder die eigene Psyche gelegt werden. 😉

Dieselben Ergebnisse durch Ausdauersport?

Zur Beantwortung dieser Frage muss zunächst Folgendes geklärt werden: Der Körper passt sich an Belastungen, die er ausgesetzt wird, immer an – sei es z. B. durch verbesserte Ausdauerleistung oder durch mehr Muskelmasse.

Fährt eine Person beispielsweise täglich ambitioniert lange Strecken mit dem Fahrrad, wird sich ihr Körper bzw. die beanspruchte Muskulatur so adaptieren, dass das ausdauernde Treten mit der Zeit immer leichter fällt. Dasselbe Prinzip wirkt beim Kraftsport: Durch Training adaptiert sich der Körper auch hier, allerdings ganzheitlich. Der große Vorteil ist, dass nicht nur das cardiovaskuläre System, sondern auch aktive (Muskeln) und passive Strukturen (Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder) in viel stärkerem Maße funktionsfähiger, stärker und widerstandsfähiger werden.

 

Kraftsport dient also der Verletzungsprophylaxe. Zudem erhöht er die Muskelmasse, deren Durchblutung und somit die Stoffwechselaktivität. Eine kräftige Muskulatur entlastet und stabilisiert zudem die Gelenke. Besonders im Rumpfbereich ist dies für eine stabile und gesunde Haltung wichtig, um Rückenschmerzen vorzubeugen.

 

 

Knochen und Knorpel: Bandscheiben bspw. reduzieren ihre Dicke, wenn sie nicht gequetscht, gewalzt, gedrückt werden, innerhalb von zwei Wochen um 10 Prozent. Ohne Bewegung vertrocknen sie. Auch Knochen leben von Druck- und Schwerkräften. Viel Sitzen ist diesbezüglich schädlich – ohne regelmäßiges Training kann die Knochenmasse nicht erhalten werden. Knochen brauchen Belastung!

Sport als Medizin

In der Studie „Exercise as medicine – evidence for prescribing exercise as therapy in 26 different chronic diseases.” von Pederson & Saltin (2015) wurde ermittelt, welche Krankheiten mit Sport bzw. im Besonderen mit Krafttraining therapiert werden können:

  • psychologische Erkrankungen (Depressionen, Angstzustände, Stress, Schizophrenie)
  • neurologische Erkrankungen (Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose)
  • Stoffwechsel-Erkrankungen (Adipositas, hohe Blutfettwerte, polyzystisches Ovar-Syndrom, Diabetes 1 und 2)
  • kardiovaskuläre Erkrankungen (Schlaganfall, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten, Herz-Insuffizienz, Schaufensterkrankheit)
  • pulmonare Erkrankungen (COPD, Asthma, Mukoviszidose)
  • Muskel-Skelett-Erkrankungen (Arthrose, Osteoporose, Rückenschmerzen, rheumatoide Arthritis (Polyarthritis)
  • Krebs-Erkrankungen (Darm-, Brust-, Prostata-, Gebärmutterkrebs)

 

Regelmäßiges Krafttraining ist also nicht nur förderlich für ein sportliches Äußeres, sondern essentiell für die Gesundheit und demnach eine Art Altersversicherung. 😉 Aber: Wie immer macht die Dosis das Gift und es muss nicht immer ,hartes‘ Training sein. Jede Art von Bewegung ist besser als keine –also immer die Treppe nehmen und zügige Spaziergänge in den Alltag integrieren.

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