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Kohlenhydrate, die nach 18 Uhr gegessen werden, machen dick und Zucker ist gefährlich. Solche und ähnliche Behauptungen kursieren innerhalb der Gesellschaft und werden nicht zuletzt durch unseriöse Frauenzeitschriften-Artikel immer wieder neu befeuert. Prinzipiell gilt wie überall: Die Dosis macht das „Gift“. Keine Lebensmittel sind per se schlecht – sonst wären es ja auch keine Lebensmittel …

Warum ist der 18-Uhr-Mythos falsch?

Zum Dick-Werden braucht es immer einen Kalorienüberschuss. Theoretisch könnte man sich seinen gesamten Tagesbedarf an Kalorien auch um 21 Uhr abends reinschaufeln und man würde trotzdem nicht zunehmen. Wann du isst – auch wann du deine Kohlenhydrate isst –, ist somit komplett egal.
Wahrscheinlich stammt dieser Mythos daher, dass Leute, die Kohlenhydrate abends weglassen, insgesamt weniger essen, dadurch Kalorien einsparen und somit unter ihrem Verbrauch sind.

Was können Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind der wichtigste Energielieferant. Besonders für Sporttreibende wirken kohlenhydrathaltige Mahlzeiten leistungssteigernd. Der Körper ist auf sie angewiesen, allerdings müssen sie nicht über die Nahrung zugeführt werden. Werden keine gegessen (z. B. im Rahmen einer ketogenen Diät), baut sich der Körper selbst welche, und zwar aus Eiweiß.

Kohlenhydrate sind bekannt dafür, den Blutzuckerspiegel ansteigen zulassen. Das machen zwar nicht nur sie, aber hier soll es ja speziell um diesen Makronährstoff gehen.

Es kommt auf die Länge an!

Kohlenhydrate werden nach der Länge ihrer Molekülketten unterschieden. Je kürzer die Kohlenhydrat-Ketten sind, desto einfacher lassen sie sich vom Körper verarbeiten und zur Energiegewinnung nutzen. Je länger sie sind, desto länger dauert der Prozess, um sie für die Energiegewinnung verfügbar zu machen – man hat aber dann auch länger etwas von ihnen.

Langkettige Kohlenhydrate (Getreide, Kartoffeln, Gemüse …) vermeiden hohe Blutzuckerspiegel und belasten den Insulinstoffwechsel weniger, da sie viel langsamer ins Blut einfließen. So können Heißhunger und Diabetes Typ 2 vermieden werden.

Das Insulin sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Essen einer Mahlzeit wieder auf Normalniveau sinkt und die Kohlenhydrate entweder in die Muskel- und Fettzellen eingelagert werden.

Wie viele und welche Kohlenhydrate sollte ich essen?

Kohlenhydrate sollten in einer ausgewogenen, fitnessgerechten Ernährung über 50 Prozent der Gesamtkalorien ausmachen. Ich empfehle, wenn man seine Makros nicht „trackt“, immer vollwertige Mahlzeiten zu sich zu nehmen – sprich Kohlenhydrate, Fette und Protein zusammen zu konsumieren.

Und welche Art von Kohlenhydraten soll nun gegessen werden? Zunächst sei gesagt, dass keine per se schlecht ist, denn jede Zuckervariante hat ihre Daseinsberechtigung. Dennoch solltest du größtenteils zu komplexen Kohlenhydraten greifen (Vollkornprodukte, Gemüse, Kartoffeln, …).


Dein Wissen für die Praxis

  • Wähle Kohlenhydrat-Quellen mit hohem Nährstoffgehalt.
    Vollkornbrot statt Weißbrot/Baguette
    Haferflocken statt Cornflakes
    Salzkartoffeln statt Pommes/Kroketten
    mit Wasser verdünnte Säfte statt Limo/Eistee
  • Bekomme ein Gefühl für deine Nahrungsmittel.
    Hättest du zum Beispiel gewusst,
    wie viel Stück Würfelzucker in den folgenden Produkten stecken?
    1 Dose Cola: 12 Stk.
    1 Glas Limonade: 11-20 Stk.
    1 Tafel Schokolade: 17 Stk.
    1 Flasche Ketchup: 40 Stk.
    1 Pkg. Weingummis: 78 Stk.